Biographie
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Mechthild und Olaf WHO IS WHO Mechthild Elisabeth Curtius (-Hauke) geborene Wittig, Tochter und Sohn, lebt und arbeitet mit dem Maler Olaf Hauke in Frankfurt. Seit 16. Lebensjahr Werkschülerin und Werkstudentin mit Arbeiten in Fabriken, Büros, Bank, Bars, Universitäts-Bibliothek. In Marburg an der Lahn Studium der Germanistik, Romanistik, Ethnosoziologie und Kunstgeschichte . Wissenschaftlich erklären ~ anschaulich Erzählen ~Funk und Filme machen Als Literaturwissenschaftlerin schrieb sie theoretische Bücher und Essays. 1971 Dissertation über Elias Canetti. *) Habilitation 1982 über >Erotische Utopien bei Thomas Mann<, Colloquium über >Locus amoenus - Landschaft in der Literatur seit der Antike<. Ästhetik der Kreativität, Erotik & Wandel, Wahrnehmen und Erinnern, Landschaft >als Schöpfungsmetapher< sind Hauptthemen. Bücher u.a. in den Verlagen: Bouvier, Europäische Verlagsanstalt, Suhrkamp, Insel, Benziger, Athenäum, S. Fischer, Schöningh, Aufbau. Landschafts- und Literatur-Sendungen (Text & Regie)in ARD Funk & Fernsehen, Essays und Erzählungen in Anthologien und Literaturzeitschriften ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


BÜCHER Mode und Gesellschaft, Europäische Verlagsanstalt 1971/1973. Verdinglichung in Elias Canettis Roman Die Blendung, Bouvier 1972. Theorien der künstlerischen Produktivität, Suhrkamp 1975. Wasserschierling. Geschichten, Insel 1979. *) Jelängerjelieber. Roman, Benziger 1983. Autorengespräche. Verwandlung der Wirklichkeit. S. Fischer 1991. Neiße und Pleiße. Roman, Aufbau 1999 1) Oberlausitz 2) Leipzig&Sachsen Im Rüschhaus und anderswo. Schöningh & Ardey 1995. Prosa aus Westfalen. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Rezenzionen und Analysen:


"Erzählt wird - distanziert, in der dritten Person und trotzdem von berückender Nähe - von dem kleinen Mädchen Maria, das zur Zeit des Zweiten Weltkrieges bei den Großeltern im Osten auf dem Land wohnt .. kein falsch klingendes Wort, keine aufgesetzten Erwachsenen-Interpretationen." Manuela Reichart: Die Zeit. 29.02.1980 "Die künsterische Organisation dieser Texte, ihre illustrative Sinnfälligkeit gewährt den wildesten Interpretiergelüsten Spielraum. Daran erkennt man in den Künsten das Wahre." K.H. Kramberg: Wie aus Glas. Süddeutsche Zeitung 29.11.1979 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Auszeichnungen: Würzburger Literaturpreis 1983; Georg-Christoph-Lichtenbergpreis für Literatur (1989); gemeinsam mit Olaf Hauke Drehbuchpreis des Kultusministers von Nordrhein-Westfalen (1988), Main-Kinzig-Kulturpreis (1996), Writer in Residence der Stadt Graz (2001). 2002 zusammen mit Olaf Hauke Ceský Krumlov, Moldau-Stipendium. Gemeinsame bibliophile Kunst-Bücher und Ausstellungen. Internat. Super-Preis Polen 2004 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Kreislauf der Filme und Bücher: Drehreisen sind immer auch Anregungen zu Erzählungen als >Hinter-Stirn-Filmen<. Durch die Fernsehsendungen über ihre Bücher ist sie auf die andere Seite der Kamera geraten. Filmisches Erzählen und schriftstellerische Tätigkeit beeinflussen einander: während der Dreharbeiten zu Fernsehfilmen und Recherchen-Reisen schreibt M. Curtius seit 20 Jahren >Tonmanns Tagebuch< und >Des Roten Fadens Lüge<. Die 2000 Seiten sind Grund-Material für erfundene Erzählungen. Fünf Romane und fünfzig Bilderbogengeschichten, die sie wegen ihrer "Würze der Kürze" schätzt. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


*) Mit Elias Canetti getanzt. Als Erste hatte ich über den damals fast Unbekannten promoviert. Das war nicht so amüsant, wie es im Marburg-Roman NEIDKOPF geschrieben ist. In der Germanistik gab es Widerstand. >Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht<. Die Begeisterung für den Roman >Die Blendung< ist wirklich meine Befreiung geworden - eine Doktorarbeit kann man daheim schreiben und dabei die kleinen Kinder beobachten. Einen langen Schriftwechsel mit ihm gibt es. Vor der gewünschten Begegnung mit Elias Canetti hatte ich Furcht. Die Einladung nach Darmstadt zur Verleihung des Büchner-Preises durch versäumt. Eine schwarzgerandete Karte ist am 12. August 1994 aus Zürich gekommen. Ich steckte sie zur Theaterkarte der Bonner Première von >Hochzeit<. Ihr Datum stützt das Gedächtnis: Von >Aug zu Auge< kenne ich Elias Canetti seit Dienstag, dem 12. März 1974. Hinterstirnbilder und Atmosphäre-Töne ziehen auf: Hotelhalle Bonn. Tappen von Füßen. Ein sehr kleiner Herr führt den Stock vor sich wie einen Fühler, setzt ihn kaum auf. Setzen. Entgangen ist mir nicht, dass seine Beine in der Luft baumeln. Ich verschlinge sein Haupt mit den Augen. Nicht Kopf, Haupt. mächtig, mit weißwallender Mähne, um die hoch ausladende Stirn, von Falten durchkreuzt. Zwei setzen sich in die Nasenwurzel fort, zwei laufen von den Mundwinkeln zum Kinn, setzen den Keil nach unten hin fort. Das Gesicht ist von Keilen gegliedert, das >Antlitz< gemittelt vom Dreieck, die Spitze zielt in die Stirnmitte. >Welt im Kopf<. Ich will ihn endlich befragen. Er fragt aber mich aus. Was gibt es da zu wissen? (Seitdem wundere ich mich, dass nicht alle Dichter so aufmerksam auf ihr Gegenüber sind. Im Gegenteil, sie reden von sich.) Listenreich, habe ich doch manches von ihm erfahren. Einiges werde ich niemals verraten. Nun endlich doch, dass der Gütige sagt: ICH SCHREIBE AUS HASS. Seine Stimme ist hell und fistelig geworden, wie immer, wenn er sich erregt, und das ist oft. Während der Aufführung seines Dramas HOCHZEIT verließen viele Zuschauer empört das Theater. Höflich stand er auf, um sie vorbeizulassen. Ein Satz aus dem elften seiner handgeschriebenen Briefe steht über meinem Arbeitsplatz: >DEMÜTIGUNGEN SIND DAS, WAS DEN DICHTER AM LEBEN ERHÄLT.< Hohn! Demütigung tötet, langsam, lebenslänglich. Er selbst hatte meine Furcht umgehend getilgt. Einer wie er hat mich noch niemals gedemütigt. Später gingen wir mit einigen Schauspielern durch das nachtschlafene Bonn in ein Tanzlokal. Einen schönen Mann ganz in Schwarz stellt mir Elias Canetti als George Tabori vor. Ich tanze mit einigen Schauspielern im gleißenden Licht. Euphorisch im Bewegungsrausch fordere ich Canetti zum Tanz auf. >Nein, nein ,nein<, zischt er hell und hebt abwehrend die Stirnfalten: >Als ich zwanzig war, ist mir eine Freundin tot auf der Tanzfläche umgefallen. Seitdem tanze ich nicht mehr.< Das sagt er hastig und hebt sich auf einen Barhocker. Ich tanze umso wilder unter den violettroten Drehlichtern und bedauere, nicht einmal für ihn und vor ihm zu tanzen. Immer an seinem Rücken vorbei. Da dreht er sich um und zischt mir ins Gesicht: >Wie kann ein Mensch sich so verändern, je nachdem, ob er sitzt oder tanzt.< Hat er im Hinterkopf Augen? Im Spiegel hinter den Flaschen der Bar. (>So versteht sich Europa. Private Provinzen<


Edition Curtius & Hauke. Frankfurt  & Steinheim . Zwölf Kunst-Wort-Editionen           1991 bis 2007 - Alle in internat. Archiven und Museen


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